LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Wer an Netze denkt, denkt an ganz unterschiedliche Dinge: vielleicht an ein Spinnennetz, ein Einkaufsnetz, Fischernetz oder Sicherheitsnetz. Bestimmt aber auch an die technischen Netze, die uns nahezu überall umgeben und lückenlos versorgen: Strassen­, Schienen­, Strom­, Gas­, Wärme­, Telefon­ und Datennetze – allen voran das grösste davon, das Internet.

Doch wir Menschen sind auch in unzählige soziale Netze eingebunden: in der Familie, im Freundeskreis, in der Schule, Lehre oder Arbeit, im Sport­ oder Musikverein, in unserer Gemeinde, im Heimatkanton, im Staat und sogar auf unserem ganzen Planeten.

Dies passiert ganz automatisch, einfach weil wir Teil eines grossen Ganzen – eines globalen Ökosystems – sind, oder mit einer Absicht und einem Plan: weil sich Menschen seit jeher organisieren, um zu überleben, um sich gegen Feinde zu behaupten, um sich zu vergnügen, um mehr zu leisten – und weil sie nicht gerne alleine sind.

Dafür machen sie sich seit Urzeiten neue Technologien zunutze. Sie versammelten sich am Feuer, errichteten Häuser, bauten Strassen und Schienen, verlegten Strom­ und Telefonkabel – und erfanden das Internet. Wie rasant und grundlegend diese Entwicklung ist, erleben wir in immer kürzeren Abständen. Hatte das Internet noch vor Jahren den Zweck, Menschen mit­ einander zu verbinden, überwiegen schon heute die Anwen­dungen, die Maschinen miteinander kommunizieren lassen – vom Internet der Menschen zum Internet der Dinge hat es nur kurze Zeit gedauert.

Mit dieser Ausgabe von «Energie &» wollen wir zeigen, wie diese technischen, sozialen und organisatorischen Netze geknüpft sind. Und was diese Netzwelt für unser Zusammen­leben und unseren Umgang mit Energie bedeutet. Denn: Netze brauchen Energie – und sie können uns helfen, Energie zu erzeugen und zu sparen.

Auch für diese Ausgabe haben wir verschiedene Fach­leute gebeten, uns ihre Sicht auf diese Netzwelt zu beschreiben – und sie sind auf Überraschendes gestossen. Ihre Neugierde wird belohnt werden!